ADR - Albrecht-Dürer-Realschule

Fördern

Individuelle Förderung Kooperatives Lernen Medienkonzept

Fordern

Bläserklasse Ergänzungsunterricht Jugend debattiert Neigungsdifferenzierung Schülerfirma

Formen

Beratung Berufs- und Lebensplanung Streitschlichtung Schulsanitätsdienst Schule ohne Rassismus Trainingsraum Umwelterziehung Zweiter Schulanfang

Trainingsraumprogramm

Der wissenschaftlich und programmatisch korrekte Name des Programms lautet: ,,Responsible Thinking Programm" (RTP) nach Edward Ford, USA, 1997/98; übersetzt: ,,Eigenverantwortliches Denken und Handeln in der Schule". Es handelt sich um den interessanten, Erfolg versprechenden Ansatz, Unterrichtsstörungen wirksam in eigenverantwortliches Denken und Handeln von Schüler/innen umzuwandeln und damit folgerichtig auch deren soziale Kompetenzen zu erhöhen. An deutschen Schulen ist das Programm etwa seit 1998 eingesetzt, mit nachweislich großem Erfolg an der Ketteler-Hauptschule in Rheda-Wiedenbrück, die auch der ADR als Mentoren-Schule zur Verfügung stand. An der ADR gibt es den Trainingsraum seit März 2004. Seitdem ist er ist ein Bestandteil unsres Schulprogramms.



Theoretische Grundlagen des RTP nach W.T. Powers und E. Ford.

  1. Wahrnehmungskontrolltheorie nach Powers
  2. Programm des Eigenverantwortlichen Denkens und Handelns nach Ford
    • Verhalten ist von außen nicht steuerbar.
    • Einzig die Person steuert (kontrolliert) ihre Wahrnehmungen, Wünsche und Ziele, nicht aber ihre Handlungen; ,,We act, to make our wants come true" (Powers, 1998).
    • Handlungen laufen meist spontan und zufällig ab, selten antizipatorisch reflektiert. as geschieht erst durch Training und Erfahrung.
    • Fazit: Erziehende müssen sich von dem Gedanken verabschieden, Verhalten dauerhaft von außen steuern zu können. Das kann nur der einzelne Mensch in Eigenerkenntnis und -verantwortung selber tun.
  3. Hier greift Ed Ford mit seinem RTP ein:
    • Programmierte Störungen in der Klasse sollen vermieden werden, indem Schüler/innen ihr eigenes Verhalten aufgrund bestimmter egelverpflichtungen steuern/kontrollieren lernen.
    • Das Bewusstsein für Regeln, Regeleinhaltung und Regelverletzung soll gestärkt werden.
    • Schüler/innen sollen zu eigenverantwortlichem Denken und Handeln motiviert werden.
    • Fazit: Damit soll die Antizipationsfähigkeit (vorrausschauend, die Konsequenzen bedenkend) und somit soziales Handeln überhaupt gestärkt werden.

Die Grundregeln nach Ford

Auf diesen Grundregeln bauen die Klassenregeln auf, die in den Klassen einen Konsens darstellen sollen. an der ADR lauten sie:

Durchführung des Programms im Unterricht bei Verstößen gegen Grund- und Klassenregeln mit Hilfe von Schlüsselfragen:

  1. Was tust du gerade?
  2. Gegen welche Regeln verstößt du?
  3. Was passiert, wenn du gegen die Regeln verstößt?
  4. ( Möchtest du im Trainingsraum über dein Verhalten nachdenken oder ohne Störung weiter am Unterricht teilnehmen?)
  5. Wofür entscheidest du dich?
  6. Was passiert, wenn du wieder störst?
(Dann hast du dich für den Trainingsraum entschieden.)

Schüler/innen, die sich mit der 2. Störung für den Trainingsraum entschieden haben, bekommen einen sog. Laufzettel mit Informationen für die Trainingsraumlehrer/innen, die sie sofort aufsuchen müssen.


Der Trainingsraum ist das Kernstück des Programms. Hier wird von Kräften, die in Gesprächsführung geschult sind, mit Hilfe sachlicher Fragen ohne Vorwurfshaltung versucht, hinter den eigentlichen Grund der Störung zu kommen, also die Störung umzudeuten: Was sollte eigentlich mit dem regelwidrigen Verhalten bezweckt werden? Denn selten wird um der Störung willen der Unterricht beeinträchtigt. m Trainingsraum können die Gespräche auf sachlicherer Ebene geführt werden als in der aufgeheizten Klassenatmosphäre mit Lehrer/innen, die in den Störfall involviert sind. Der Plan ist das Ziel des TR-Gesprächs. Hier können die Schüler/innen ihr zukünftiges, an die Regeln angepasstes Verhalten darlegen und Alternativen zu ihrem Störverhalten entwickeln. Nicht, was ich nicht mehr tun will sondern was ich stattdessen tun will, ist die Maxime. Der Plan wird wie ein Vertrag von beiden Seiten unterschrieben, muss von den entsprechenden Lehrer/innen akzeptiert und seine Einhaltung oder Nichteinhaltung wird über einen gewissen Zeitraum beobachtet. Ändern die Schüler/innen ihr Verhalten, ist damit der Fall erledigt. Wird das Störverhalten fortgesetzt und sind mehrere TR-Besuche angefallen, zeigen die Schüler/innen, dass sie sich nicht an die Grund- und Klassenregeln halten können, und es kommt im TR-Raum zu einem Interventionsgespräch mit den Erziehungsberechtigten und den involvierte Lehrer/innen. Dieses gemeinsame Gespräch soll helfen, das Störverhalten zu hinterfragen, Hilfestellungen auch den Erziehungsberechtigten zu geben. Strafe ist nicht das Ziel. Bevor es zu diesem Gespräch gekommen ist, wurden die Schüler/innen nach Hause eschickt. Sie dürfen erst mit den Erziehungsberechtigten die Schule wieder betreten und am Unterricht ieder teilnehmen.


Zusammenfassung: Die Implementierung des Trainingsraumprogramms an der ADR soll mit dazu beitragen: